Kinderkleidung im Test: Billige Kinderkleidung vs. Markenware

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Was Kinder im Laufe eines Jahres an Kleidung brauchen, benötigt ein Erwachsener oft nicht mal innerhalb von mehreren Jahren. Dabei ist preislich aber oft kein Unterschied zwischen der Kleidung für die Kleinen und den Modellen für Erwachsene feststellbar – auch ein T-Shirt für Kinder kann gut und gern zwanzig Euro oder mehr kosten. Das geht ins Geld, wenn man bedenkt, dass solch ein Shirt meist nur eine Saison passt. Doch sind die Teile von den Billigkleiderketten wirklich eine Alternative?

Kinder haben andere Prioritäten

Den Kindern ist die Qualität der Kleidung erst einmal egal. Wenn wir bei dem Beispiel des T-Shirts bleiben, so möchten die Kleinen in erster Linie ein tolles Motiv darauf finden. Außerdem soll die Farbe stimmen – natürlich muss es die aktuelle Lieblingsfarbe sein. Ob die Nähte sauber verarbeitet sind oder nicht, spielt erst einmal keine Rolle, solange sich das Shirt beim Tragen nicht einfach auflöst.

Die Unterschiede zwischen teurer Markenkleidung und Billigware sind nicht ohne Weiteres zu erkennen und nicht selten werden teure Sachen für deutlich günstiger gehalten, wohingegen billige Kleidung auf den ersten Blick oft hochwertiger erscheint. Die preislichen Unterschiede sind hingegen immens: Billige T-Shirts gibt es schon für 2,99 Euro – die Spanne zu den teuren Modellen reicht etwa bis Mitte dreißig Euro.

Tests haben aber ergeben, dass die Qualität der Shirts nicht unbedingt verschieden ist und auch billige T-Shirts mehr aushalten, als vom Branchenstandard vorgeschrieben wird.

Experten haben sich zudem mit den Unterschieden bezüglich der möglichen Belastung mit Giftstoffen befasst. Restchemikalien sind in allen getesteten Shirts nicht nachgewiesen worden, weder Weichmacher noch die schädlichen Färbemittel.

Verdrehte Welt

Bei Tests für Kleidung wird üblicherweise auch das Waschverhalten derselben geachtet. Das heißt, dass die Kleidungsstücke wie angegeben gewaschen werden und auch den Gang in den Trockner antreten müssen. Es gilt dabei herauszufinden, ob die Teile abfärben und wie sie sich nach der Wäsche verhalten. Das Färben ist eher ein Problem der günstigen Kleidungsstücke, während das Wandern der Nähte in allen Preisklassen vorkommt. Die Seitennähte verziehen sich dabei nach vorn, das ganze Shirt ist außer Form geraten. Solche Maßänderungen sind nicht nur unschön, sondern können sich zudem auf die Passform auswirken. Sprich: Das T-Shirt, das beim Anprobieren noch gepasst hat, muss nach der Wäsche bzw. nach mehrmaligem Waschen noch lange nicht passen. Solche Teile werden gern länger, dafür aber enger. Auch der Aufdruck kann die Farbe wechseln.

Die Tests haben dabei ergeben, dass die T-Shirts aus der mittleren und gehobenen Preisklasse am besten abschnitten.

Gut zu Fuß unterwegs?

Alltagstests über drei Monate haben ergeben, dass auch bei Schuhen keine großen Qualitätsunterschiede zwischen teuer und günstig festzustellen sind. Das Biegeverhalten der Sohlen sowie der Zusammenhalt derselben wurde getestet und für gleichermaßen gut befunden. Deutliche Gebrauchsspuren zeigen sich bei allen Schuhen – welches Kind geht schon sorgfältig mit den Schuhen um, nur weil sie vielleicht in der Anschaffung teurer waren? Das Aussehen kann daher nur bedingt als Kriterien herangezogen werden, wichtiger ist die Haltbarkeit. Gerade die unterscheidet sich aber kaum bei billigen und teuren Schuhen.

Fazit: Wie auch bei der Kleidung gilt, dass etwas mehr Qualität und Haltbarkeit zu erwarten sind, wenn Sie mehr Geld beim Einkauf ausgeben. Eine Garantie ist das aber nicht! Dennoch geben sich Markenhersteller etwas mehr Mühe, schließlich bedeutet schlechte Presse einen enormen Imageschaden.

Tipp: Generell sollte Kleidung vor dem ersten Tragen gewachsen werden, damit auch die letzten Farbrückstände ausgewaschen werden. Außerdem kann so eine Reklamation besser angezeigt werden: Verzieht sich das betreffende Teil bereits in der ersten Wäsche, können Sie Qualitätsmangel selbst ohne Trage- und Gebrauchsspuren anzeigen.

Faire Herstellung wichtig

Verbraucher, die auf die Herkunft der Kleidung achten, werden immer wieder Teile finden, die aus asiatischen Ländern stammen – genau genommen kommt sogar der Großteil der Kleidung inzwischen aus Indien, Taiwan, der Türkei, Bangladesh und weiteren Ländern Asiens. Ethische oder umweltfreundliche Aspekte spielen hier in der Herstellung billiger Kleidung aber kaum eine Rolle. Wer als Verbraucher daher nachhaltig kaufen möchte, sollte sich unbedingt mit den verschiedenen Qualitätssiegeln vertraut machen. Es gibt verschiedene Seiten im Internet, auf denen die Bedeutung der Siegel nachgelesen werden kann. Hier wird auch erkennbar, ob die Arbeitsbedingungen kontrolliert werden oder ob es Überprüfungen der verwendeten Chemikalien gibt. Für unterwegs wurde sogar eine App entwickelt, über die Sie sich zu den einzelnen Qualitätssiegeln informieren können.

Die meisten Verbraucher in Deutschland wünschen sich laut Umfragen faire Bedingungen in der Produktion von Textilien – gleichzeitig soll die Kleidung aber möglichst billig sein. Lediglich eine kleine Minderheit sagt, dass der Preis egal sei – in der betreffenden Umfrage waren das von 1053 Personen lediglich 14 Prozent. Dabei sagte aber auch fast ein Drittel (31 Prozent) der Befragten, dass sie unter keinen Umständen dort Kleidung kaufen würden, wo bekannt sei, dass unmenschliche Bedingungen bei der Produktion herrschen würden.

Als akzeptablen Preis sehen die meisten Verbraucher für ein T-Shirt rund zehn Euro an. Dies sagten etwa 51 Prozent der Befragten aus. Interessant bei dieser Betrachtung ist aber auch, dass jüngere Leute hier weniger kritisch sind als ältere. Denn die jüngeren Befragten sehen das Problem der Produktionsbedingungen weniger ernst und messen diesem eine geringere Bedeutung bei. Dabei sind es aber auch vor allem Männer, die sich mit den Bedingungen rund um die Herstellung der Kleidungsstücke weniger beschäftigen. Frauen sind hier deutlich kritischer.

Fazit: Billige Kleidung gegen Markenware

Die Qualitätstests haben also ergeben, dass günstige Kleidung ebenso stabil ist wie Markenware. Es kommt also nicht unbedingt auf den Kaufpreis an. Jedoch besteht bei Billigware eher das Problem der Passformänderung – Nähte verziehen sich, die Teile werden enger und dafür länger. Kaufentscheidend ist für viele Verbraucher auch, ob die Kleidung unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt wird, wobei Frauen diesem Problem kritischer gegenüberstehen als Männer. Kindern ist es egal, ob sie teure oder billige Kleidungsstücke tragen – für sie müssen Farbe und Motiv stimmen. Anders sieht die Sache bei den Jugendlichen aus, denn sie achten eher darauf, welcher Markenname auf dem Wäscheschildchen steht. Allerdings ist hier auch zu bemerken, dass dieses Markenbewusstsein nicht aufgrund der höheren Qualität und Belastbarkeit der Kleidungsstücke hervortritt, sondern dass es innerhalb bestimmter Jugendgruppen einfach angesagte oder weniger angesagte Marken gibt. Einziger Trost: Jugendliche wachsen weniger schnell und so kann ein teures Shirt auch gut und gerne über zwei Saisons getragen werden, was bei einem Kleidungsstück für ein kleines Kind ein Ding der Unmöglichkeit ist. Die Kleinen wachsen einfach viel zu schnell heraus – auch aus dem Grund ist den verständlich, dass viele Eltern gern zu günstigen Angeboten greifen.


Bildnachweis: © freeimages.com – bandini

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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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