Warum Kinder nicht tun, was Eltern wollen

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Viele Eltern kennen das. Sie rufen ihrem Kind zu es soll noch schnell das Kinderzimmer aufräumen, seine Hände waschen, zum Essen kommen, sich beeilen oder die Zähne putzen.

Lauter lästige Dinge (fürs Kind). Klar, dass Weghören verlockend ist. Das Kind tut weiter das, womit es gerade so schön beschäftigt ist.

Warum hört mir keiner zu?

Wer von seinen Kindern gehört werden möchte, sollte vor allem eines beachten: Durch die Wohnung rufen nützt gar nichts. Also hingehen, die Kinder ansehen, sich am besten auf Augenhöhe begeben. Das Kind muss merken: Ich beschäftige mich gerade nur mit dir!

Wichtig ist auch die Stimmlage, in der ich mit meinem Kind spreche. Ich darf auch keine Frage aus meinem Gesagten machen. Es sollte eine klare Ansage sein. Bei größeren Kindern kann ich auch mit Konsequenzen drohen, die ich dann aber auch durchziehe. Kinder sollten wissen, was es ihnen nützt, wenn sie mit Mama oder Papa kooperieren.

Die wichtigsten Punkte nochmals als Stichpunkte:

  • Niemals durch die Wohnung rufen
  • Immer dem Kind eine klare, kurze Anweisung geben
  • Keine Frage stellen
  • Konsequenzen müssen durchgezogen werden

Als Eltern sollte es selbstverständlich sein das Kind auch einmal zu loben, oder mit kleinen Dingen zu belohnen. Das hilft vielleicht beim nächsten mal. Bei kleineren Kindern entspannt oft ein Lachen die Lage. Hilfreich ist auch wenn ich meine Wünsche in das Spiel der Kinder einbeziehe. Richtig viel Spaß macht es kleinen Kindern übrigens, wenn sie zu Abwechslung mal nicht von Mama oder Papa aufgefordert werden, sondern direkt mit Kuscheltier oder Zahnbürste kommunizieren.

Es gibt also viele Möglichkeiten die Kinder künftig zum Essen, Aufräumen, Anziehen oder Mitkommen zu bewegen, ohne immer frustrierter durch die Wohnung zu rufen. Mal sehen, welche am besten funktioniert.

In der Ruhe liegt die Kraft

Wer schrill durch die Wohnung geift, braucht sich nicht zu wundern, wenn Kinder die Ohren verschließen. Klar, jedem können die Nerven einmal durchgehen. Aber dann lieber eine kleine Auszeit machen. Danach dann wieder auf ins Getümmel.

Um wieder die innere Ruhe zu finden gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • in ein anderes Zimmer gehen und langsam von zehn rückwärts zählen
  • wem es nicht zu kindisch anmutet (es hilft): ein Kissen verhauen
  • wenn möglich (die Kinder nicht zu klein oder es ist noch jemand im Haus): einmal kurz an die frische Luft

Wenn dann die innere Ruhe wiedergekehrt ist: Wieder ran an das Problem – und nur nicht unterkriegen lassen. Wenn gar nichts hilft – die Zauberworte, damits doch noch klappt. Wir Erwachsene sind es gewohnt, ungenaue Kritik zu üben. Doch das verstehen kleine Kinder noch gar nicht – und größere überhören es sehr gerne.
Also statt:
„Schaut das Kinderzimmer wieder chaotisch aus“ oder „Könntest du bitte dein Zimmer aufräumen“  lieber
„Räum das Kinderzimmer auf!“

Auch loben funktioniert in der Regel recht gut: „He, klasse – deine Spielecke ist ja schon fast sauber.
Komm, räum jetzt noch den Rest auf!“

Muttertaub – oder: Wie Wiederholungen wirken

Ebenfalls sollte man aufpassen, dass die Kinder nicht „muttertaub“ werden. Sprich: Wenn wir immer wieder das Gleiche runterbeten wird kein Kind der Welt mehr drauf reagieren. Statt: „Ich hab dir doch schon tausendmal gesagt…..“ lieber: „Ich zähle jetzt bis drei – dann hast du…..“

Meist sind es nur kleine Änderungen in unsere Kommunikation mit den Kindern – und schon läuft es besser. Denn, es sind (meist) nicht die aufmüpfigen, kleinen Biester – meist sind es einfach viel zu schwammige Wünsche und Anordnungen unsererseits.

 

Über Damian Ickler

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