Portfolio im Kindergarten: Infos und Tipps

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Kleinkinder entwickeln sich rapide! Sie erlernen motorische sowie sprachliche Fähigkeiten, arbeiten kreativ und setzen sich mit ihrem sozialen Umfeld auseinander. Um ihre Fortschritte festzuhalten und ihre individuelle Entwicklung zu fördern, werden vermehrt sogenannte Portfolios in Kitas eingeführt.

Doch was bedeutet Portfolio eigentlich? Das Wort kommt aus dem Lateinischen und meint das Zusammentragen von Werken. Im Kindergarten sind dies beispielsweise gesammelte Erinnerungsstücke, gemalte Bilder und Fotos. Es entsteht ein Portfolio, das die Entwicklungsfortschritte eines jeden Kindes dokumentiert. In Kitas wird das Portfolio auch als Mappe oder Ich-Buch bezeichnet.

 

Kleinkinder entwickeln sich rapide! Sie erlernen motorische sowie sprachliche Fähigkeiten, arbeiten kreativ und setzen sich mit ihrem sozialen Umfeld auseinander. (#01)

Kleinkinder entwickeln sich rapide! Sie erlernen motorische sowie sprachliche Fähigkeiten, arbeiten kreativ und setzen sich mit ihrem sozialen Umfeld auseinander. (#01)

Portfolio im Kindergarten: Was muss bei der Planung beachtet werden?

Wenn Sie Erzieher oder Erzieherin sind und die Arbeit mit Portfolios in ihrer Kindergartengruppe planen, müssen Sie vorab folgende Fragen klären:

1) Wie alt sollten die Kinder sein?

Die Portfolioarbeit eignet sich nicht nur für Kinder über drei Jahren. Erfahrungsberichte zeigen, dass gerade bei Kleineren, die innerhalb kürzester Zeit große Fortschritte in Motorik und Sprachentwicklung machen, das Anlegen eines Ich-Buches sehr nützlich ist.

2) Ordner, Mappe oder digital?

In den meisten Kitas werden Ordner und Mappen verwendet. Der Vorteil von Mappen ist, dass Sie die Werke der Kinder nicht abheften müssen. In manchen Kindergärten hat sich das Erstellen von Portfolios am Computer bewährt. So machen die Kinder schon früh Erfahrungen und lernen zum Beispiel ihren Ordner auf dem Desktop zu finden sowie zu öffnen.

3) Welche Lernerfolge sollten im Portfolio festgehalten werden und welcher Aufbau eignet sich?

Am besten ist es, möglichst verschiedene Lernerfolge des Kindes zu dokumentieren. Dies können beispielsweise Fortschritte in kreativen, kognitiven oder sozialen Kompetenzen sein. Wichtig ist, dass Sie das Kind nicht überfordern und individuell auf die Interessen jedes Einzelnen eingehen. Fragen Sie sich: Was möchte das Kind gerade lernen und wozu ist es noch nicht bereit?
Sind die Ziele gesetzt, sollten Sie sich Gedanken über den Aufbau machen. Das Portfolio muss kindgerecht gestaltet sein: Verwenden Sie Farben und Formen, damit das Kind sich in seinem Ich-Buch zurechtfindet. Sinnvoll ist außerdem ein chronologischer Aufbau.

Mögliche Kategorien eines Kinderportfolios sind:

  • Das bin ich
  • Meine Familie und Freunde
  • Das habe ich gelernt
  • Das machen wir
  • Seiten für mich

Viele Verlage bieten Portfolio-Vorlagen für Kitas an, die den zeitlich Aufwand der Erstellung der Ich-Bücher vermindern. Allerdings werden die individuellen Freiräume der Kinder durch die Vorlage eingeschränkt.

4) Wann beschäftigen sich Erzieher/innen und Kinder am besten mit den Portfolios?

In der Woche sollte ein Tag festgehalten werden, an dem Sie sich mit einem Kind an einen möglichst ruhigen Ort begeben und gemeinsam mit dem Ich-Buch auseinandersetzen.

 

In der Woche sollte ein Tag festgehalten werden, an dem Sie sich mit einem Kind an einen möglichst ruhigen Ort begeben und gemeinsam mit dem Ich-Buch auseinandersetzen. (#02)

In der Woche sollte ein Tag festgehalten werden, an dem Sie sich mit einem Kind an einen möglichst ruhigen Ort begeben und gemeinsam mit dem Ich-Buch auseinandersetzen. (#02)

Portfolioarbeit im Kindergarten

Sobald die vorangegangenen Fragen geklärt sind, geht es ans große Sammeln. Über die ganze Kindergartenwoche hinweg, tragen die Kleinen Kunstwerke, Postkarten, Lieder und Fotos zusammen. Auch können Anregungen durch Erzieher/innen erfolgen, die beispielsweise kleine Aufgaben wie „Male deinen Weg zur Kita“ geben. Die Kinder bewahren ihr Sammelsurium an Blättern am besten in eigenen Fächern oder individuell gestalteten Schuhkartons auf.

Einmal in der Woche setzen sich Erzieher/innen und Kinder dann zusammen und wählen besondere Werke für das Portfolio aus. Die pädagogischen Fachkräfte fungieren hierbei nur als Berater! Langsam entsteht so eine bunte Mappe, die das Kind jederzeit anschauen und Freunden zeigen kann.

In Kitas wird das Portfolio bei Entwicklungsgesprächen mit Eltern oder an Portfolio-Tagen vom Kind selbst präsentiert.

Einmal in der Woche setzen sich Erzieher/innen und Kinder dann zusammen und wählen besondere Werke für das Portfolio aus. (#03)

Einmal in der Woche setzen sich Erzieher/innen und Kinder dann zusammen und wählen besondere Werke für das Portfolio aus. (#03)

Portfolios: Bildung im Kindergarten

Ich-Bücher ermöglichen Erziehern/innen nicht nur die Dokumentation verschiedener Entwicklungsbereiche der Kinder. Vielmehr regen Kinderportfolios spielerisch zum Nachdenken über die eigenen Interessen und Fähigkeiten an. Kinder nehmen ihre Fortschritte besser wahr und lernen sich dadurch wert zu schätzen.

Darüber hinaus fördern Portfolios die Sprachentwicklung der Kinder: Sie zeigen Freunden und Eltern stolz ihre Mappe, berichten ihnen optimistisch, was sie schon alles können, und erzählen Geschichten zu den gesammelten Werken.


Bildnachweis:© Fotolia-Titelbild:  contrastwerkstatt -#01: DeeMPhotography-#02: detailblick-foto -#03: Robert Kneschke

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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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